Dass so eine Hochzeit nicht immer ein fader und eintöniger, langweiliger Event sein muss, das haben wir miterleben dürfen und daran wollen wir Euch nun auch teilhaben lassen.
Gleich vorweg: NEIN, wir haben diesmal die Ringe nicht im Auto liegen lassen ( Hawaii lässt grüssen! ), dies wäre diesmal auch sehr fatal gewesen, da das beschaffen derselben einen gehörigen Zeitaufwand mitsichgezogen hätte ( 1 Stunde Gondelfahren inbegriffen!! )
Aber während der Vorbereitung hat sich auch das eine oder andere getan und davon will ich Euch hier berichten.
Stichwort Standesbeamter:
Gleich vorweg hatten wir das größte Aller Probleme zu meistern ( so dachten wir zumindestens zu diesem Zeitpunkt noch ), das Auffinden eines Standesbeamten, der uns durch die Zeremonie an unserem Wunschort, dem Stuibaier Gletscher.
Zuerst einmal habe ich bei Neustifter Standesamt nachgefragt und der Beamte war wenig erfreut und hat mir unmissverständlich mitgeteilt, dass es NUR in seinem WUNDERSCHÖNEN Standesamt und nur von Montag bis Freitag stattfinden kann. Aber, sollten wir einen Standesbeamten finden, der kein eigenes Standesamt hat, der kann gerne in seinem "Revier wildern".
Als kleiner Nachsatz muß hier erwähnt werden, dass Neustift gar nicht das zuständige Standesamt gewesen wäre, so wie wir uns das naiv gedacht haben, da die Aussichtsplattform rein rechtlich auch gar nicht im Stubaital liegt. Klingt komisch, ist aber so, denn die Grenze zwischen Stubaital und Ötztal verlauft kurz vor der Plattform.
Stichwort Anzugkskombi der Kids:
Unseren Gästen haben wir es freigelassen, wie sie sich auf 3210 Meter Seehöhe kleiden möchten. Für Beate und mich war es klar in Kleid und Anzug zu erscheinen. Und auch unsere Kids sollten schön gekleidet sein, unter dem Schianzug!
Beate hat also beim C&A eine nette Pseudo-Nadelstreifkombi mit Hemd, Krawatte und Gilette gekauft, hat aber um eine Hose zu wenig bekommen, die war einfach nicht mehr lagernd. Also mussten wir die fehlende Hose in anderen Filialen aufstöbern.
Klingt einfach, war es aber ganz und gar nicht! Weder in Tirol ( bis in die hinterste Ecke! ), in Wien, oder sogar im Raume Waldbronn (Karlsruhe ) in Deutschland haben wir erfolg gehabt. Immer wieder hat es geheissen "kenn ma nit", "haben wir nie gehabt", ...
Am Tag vor der Hochzeit, nach dem Friseur bin ich dann mit den Kids auf Ersatzhosenkauf ( schwarze Denims ) gefahren und konnte auch keine solche finden. Gerade als ich fragen wollte, sah ich schwarze Hosen mit weissen Nadelstreifen. Und dann auch noch in der richtigen Größe!
Stichwort Anzugshose:
Meinen Anzug zu kaufen war gegen jede Erwartung wesentlich schwieriger, wie mit Beates Kleid.
Während Beate Ihr Kleid bereits im Ersten Geschäft gefunden und gekauft hat, musste ich schon ein wenig länger suchen, doch auch ich wurde schlussendlich fündig und der Anzug passte wie für das Kleid gemacht.
Da die Hose jedoch für meinen Körperbau doch etwas zu lang war, beauftragten wir die Änderung, nahmen jedoch das Sakko gleich mit, da wir noch Krawatte, Schuhe und Gürtel, frblich abgestimmt benötigten. Am nächsten Mittwoch sollte die Hose fertig zum Abholen sein. Sollte, wie vermerkt.
In der nächsten Woche ( 2 Wochen von der Hochzeit ) waren Beate und ich jedoch an Antibiotika gefesselt und krank zu Hause. Das heisst, keiner hat die Hose abgeholt. Sollte man meinen. Am Montag darauf habe ich dann, ausgestattet mit dem Abholschein den Rest meines Anzuges abholen wollen. Die Kassiererin verschwand im Lager und suchte, kam mit leeren Händen wieder, erkundigte sich nach dem Namen und verschwand auch wieder, kam mit leeren Händen wieder, erkundigte sich nach der Farbe und verschwand wieder.
Nach einem weiteren erfolglosen Versuch wurde die Schneiderin kontaktioert. Wohl wissend, die Hose fertiggestellt und im Lager abgegeben zu haben begab auch sie sich erfolglos auf die Suche. Danach vereinbarten wir telefonischen Kontakt, damit ich nicht die gesamte Suche im Geschäft miterleben musste.
Am Abend dann der Anruf, dass die Hose abgeholt wurde, ohne Abholschein und von jemanden, von dem sie zwar die Telefonnummer haben, aber keiner drangeht.
Am nächsten Morgen dann die Erfolgsmeldung. Der Abholer wurde identifiziert ( die Abholung hat mit einem Schein mit gleicher Nummer und ohne Kontrolle der Hose stattgefunden - es lebe die Hektik der heutigen Zeit ) und die Hose sollte so bald wie möglich wieder in den Laden gebracht werden.
2 Tage später war es dann soweit. Bei der Abgabe des Abholscheins wurde telefoniert, die Geschäftsführerin kam, entschuldigte sich für den Fauxpass, überreichte eine Flasche Sekt, kramte noch eine Anzugstasche heraus und wünschte uns alles Gute. Ach ja, die Hose hab ich auch bekommen!
Stichwort Krawatte:
Tag der Hochzeit. Wider Erwarten war ich recht zeitig aufgewacht und konnte mit den Vorbereitungen beginnen. Die Anzüge der Kinder wurden bereitgelegt, das Frühstück für uns und den beiden Nächtigungsgästen vorbereitet.
Danach wurden die Kids geweckt, bzw. wurden selber wach.
Nach dem Frühstück und vor der eigentlichen Abfahrt ging es ums Anziehen der Kleinen. So im letzten Augenblick, sodass ja kein Fleck mehr die weißen Hemden zieren kann.
Und es ging auch eigentlich ganz perfekt. Jeder schnappte sich ein Kind und steckte es in den passenden Anzug, doch eine Krawatte war weg, wie vom Erdboden verschluckt. Einfach nicht aufzufinden. Hatte doch einer der Zwillinge sie gesehen, damit gespielt und irgendwo fallen lassen.
Wir haben sie bis heute ( Ende April ) noch immer nicht gefunden.